Wikipedia – Aus SEO-Sicht

Beim Webmasterfriday wird aktuell gefragt, was man persönlich von Wikipedia hält. Nun will ich keine langen Monologe halten: Natürlich ist Wikipedia toll, hat aber auch Macken (zum Teil verquere Autoren, die es Neulingen schwer machen, im wissenschaftlichen Kontext wird Wikipedia noch immer nicht als Quelle akzeptiert und und und).

Ich will eine persönliche Bewertung der Wikipedia anderen überlassen und an dieser Stelle versuchen, Wikipedia mal aus einer anderen Sicht zu beurteilen. Nämlich aus der der Suchmaschinenoptimierung.

Wikipedia aus SEO-Sicht

Wikipedia SEO

Wikipedia aus SEO-Sicht

Zur Bedeutung von SEO im Webmaster-Alltag will ich hier nicht lang ausschweifen. Martin Mißfeldt hat jetzt erst sehr schön dargelegt, dass SEO neben 4 anderen Faktoren eine gleichberechtigte Möglichkeit ist, Traffic zu generieren. Zur Bedeutung von SEO lest daher bitte seinen Artikel. Ich gehe aber eh davon aus, dass alle Besucher und Leser dieses Blogs eh schon mal davon gehört haben, welche Bedeutung SEO hat und wissen, wie es ungefähr geht. 😉

Es ist daher auch nichts Neues, dass zu einem SEO-Bundle auch (die richtigen) Links gehören. Links aus der Wikipedia gelten dabei seit eh und je als Ritterschlag: Wer es schafft in der Wikipedia einen Link unterzubringen, kann davon ausgehen, dass Google der Seite einen großen Schub an Relevanz für ein bestimmtes Thema zuweist. Auch mit den letzten Algorithmus-Änderungen (Panda, Penguin und Konsorten) hat sich damit meines Erachtens nicht viel dran geändert.

Aber genau da liegt die Krux an der Sache und ein Problem, mit dem Wikipedia massiv zu kämpfen hat.

Spammy Links aus der Wikipedia

Dadurch, dass Google Links aus der Wikipedia eine relativ hohe Relevanz zuteilt wird nämlich dann ein echtes Problem, wenn wirklich jedermann versucht, eigene Links in der Wikipedia unterzubringen. Doch Wikipedia ist eben keine reine Linksammlung sondern basiert auf dem Prinzip gemeinsamer Wissensteilung: Experten aus bestimmten Bereichen verfassen gemeinsam einen Artikel zu einem bestimmten Thema, überarbeiten diesen gemeinsam und verlinken – wie im wissenschaftlichen Kontext – glaubwürdige Quellen zur Untermauerung einer bestimmten These. Das funktioniert meistens gut, manchmal steht in der Wikipedia aber auch einfach nur Quatsch.

Wenn aber selbsternannte Experten zu einem Theme halbgare Wahrheiten schreiben und diese dann mit ihren halbgaren Thesen auf Landingpages etc. untermauern wollen, dann verliert Wikipedia an Qualität. Doch genau das zeichnet Wikipedia bislang ja aus: Wissen auf relativ hohem Niveau. Verliert aber Wikipedia an Qualität, sot täten es in Googles Augen auch langfristig die ausgehenden Links.

Zwar gibt es immer wieder echte Wikipedia-Nutzer, die mangelhafte Beiträge und Verweise ins Nirvana schicken. Aber nicht immer ist das der Fall. Manchmal schafft es dann doch ein selbsternannter Finanz-, Bodenbelag- oder Ernährungsexperte schlechte Links und Beiträge unterzubringen. Immer wieder fällt mir das auf. So aber hat die Wikipedia keine Zukunft.

Content ist immer noch King – Vielleicht mehr denn je!

Nun komme ich mit – dem zugegebenener Maßen etwas ausgelutschten Spruch – “Content is King” daher. Schon immer hatte dieser Spruch Relevanz und seit den letzten Änderungen am Google-Algorithmus wahrscheinlich noch ein bisschen mehr: Google will keinen Schrottcontent mehr, Wikipedia wollte es noch nie.

Diese zwei Faktoren sollten eigentlich zeigen, worauf der Fokus eines Webmasters/Bloggers/SEOs/etc liegen sollte: Auf gutem Content; Nicht aber auf dem zwanghaften Versuch Links aus Wikipedia abzugreifen.

Wer guten Content schafft und dem Nutzer damit einen Mehrwert liefert, der wird vermutlich irgendwann sogar ganz automatisch in der Wikipedia verlinkt. Gute Mehrwerte sind aber nicht endlose Bilderstrecken, tausende Infografiken und hingeklatschter Content. Nein, es sind die Besonderheiten, die Webseiten für Wikipedia-Autoren interessant machen. Das können Interviews mit (echten) Experten sein, das kann aber auch das Aufstellen einer ganz neuen These sein.

Wichtig ist: Einzigartigkeit, Verständlichkeit, Nutzen.

Übrigens: Wikipedia auch mal verlinken

Gerade in diesem Zusammenhang gilt: Guter Content ist nur dann wirklich gut, wenn er auf verwandte Quellen verweist; Ich habe das hier schon einmal ausgeführt. Und daher gilt: Auch Wikipedia zu zitieren und zu verlinken, kann aus SEO-Sicht nur richtig sein.

Fazit

Ich habe nichts gegen Links aus der Wikipedia. Im Gegenteil: Externe Links bei Wikipedia helfen, die Verlässlichkeit der Informationen zu überprüfen. Es gilt aber, dass Wikipedia in seiner Einzigartigkeit nicht zerstört werden sollte. Genau das passiert aber, wenn jeder Webseitenbetreiber eigenen, manchmal schlechten Content auf Wikipedia verlinkt wissen möchte.

Wir sollten uns nicht auf die Links fokussieren, sondern Nutzer und Inhalte wieder mehr in den Mittelpunkt stellen. Dann kommen die Links aus Wikipedia ganz automatisch und Google wird es uns danken.

Was denkt ihr?

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